Bakhtiari

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Der Bakhtiari-Orden ist eine mystische, synkretistische Glaubensgemeinschaft, die ihre Ursprünge im mittelalterlichen Isfahn hat. Gegründet im 13. Jahrhundert, entwickelte sich der Orden aus einer Verbindung aztheranischer Weisheitslehren mit frühmystischen Strömungen des Sufismus. Der Bakhtiari-Orden stellte sich stets als Vermittler zwischen unterschiedlichen spirituellen Traditionen dar.

Die enge Verbindung zwischen den Lehren und Ansichten des eher städtisch geprägten Bakhtiari-Ordens und des ländlichen Alevitentums führte zu einer weitgehenden Gleichsetzung der beiden spirituellen Strömungen. Diese Nähe zeigt sich insbesondere in ihren gemeinsamen mystischen Praktiken, der Ablehnung orthodoxer Dogmen und der Betonung individueller spiritueller Erkenntnis. Daher werden die beiden Gruppen oft unter dem Begriff Bakhtari/Alevi zusammengefasst.

Glaubenslehre und Praktiken

Der Bakhtiari-Orden zeichnet sich durch eine synkretistische und spirituelle Interpretation des Glaubens aus. Zu seinen zentralen Prinzipien gehören:

  • Gleichheit aller Menschen unabhängig von Geschlecht oder sozialem Stand.
  • Die Suche nach Erleuchtung durch Meditation, Musik und Tanz.
  • Die Ablehnung starrer Dogmen und die Förderung individueller Spiritualität.
  • Einheit von Körper, Geist und Seele als zentraler Aspekt der Glaubenspraxis.

Zeremonien werden oft in abgelegenen Tekkes abgehalten, wobei Musik, Poesie und körperliche Bewegungen (ähnlich den Mevlevi-Derwischen) eine zentrale Rolle spielen.

Früher herrschte die allgemeine Auffassung, dass man nur durch Geburt in eine Bakhtarische Familie Mitglied der Gemeinschaft werden konnte, während der Bakhtiari-Orden jedem offenstand, der bereit war, den spirituellen Weg und die Lehren des Ordens anzunehmen. In diesem Zusammenhang erscheint die Bakhtiari-Tarīqa als eine Art Sufi-Weg innerhalb der alevitischen Tradition – eine strukturierte, rituell geprägte und für Außenstehende zugängliche Form der Mystik, während die bakhtarische Gemeinschaft stärker durch familiäre und soziale Bindungen definiert war.

Durch diese Struktur konnte der Bakhtiari-Orden überregional Anhänger gewinnen und seine Lehren hinaus verbreiten. Dies machte ihn nicht nur zu einer Brücke zwischen verschiedenen spirituellen Traditionen, sondern auch zu einer vermittelnden Kraft zwischen Stadt- und Landbevölkerung.

Geschichte

Ursprünge in Aztheran (13. Jahrhundert – 18. Jahrhundert)

Der Orden entstand als eine Gemeinschaft von Mystikern, die in den südlichen Regionen des heutigen Aztherans spirituelle Praktiken entwickelten. Die Bakhtiari lehrten eine auf persönlicher Erleuchtung basierende Philosophie, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen sollte. Ihre Anhänger errichteten erste Tekkes (spirituelle Rückzugsorte) in den Bergen und Wüsten Aztherans, wo sie durch Meditation, Tanz und Gesang nach innerer Wahrheit suchten.

Während des Mittelalters wuchs der Einfluss des Ordens, und er breitete sich allmählich über Aztheran hinaus aus. Seine Lehren fanden Anhänger sowohl unter Intellektuellen als auch unter einfachen Bauern und Nomaden, die in seinen Ideen eine Alternative zu starren religiösen Dogmen sahen. Die Bakhtiari etablierten sich als eine Gemeinschaft, die Wert auf Toleranz, spirituelle Freiheit und eine tiefe, persönliche Verbindung zum Göttlichen legte.

Expansion nach Antica und der Einfluss des Isfahnischen Reiches (18. Jahrhundert)

Im Zuge der Expansion des Isfahnischen Reiches nach Antica im 18. Jahrhundert siedelten viele Bakhtiari-Gemeinschaften in die neuen Gebiete über. Besonders in Moltar und Aressinien ließen sich Anhänger des Ordens nieder, wo sie sich mit lokalen spirituellen Strömungen vermischten und neue Zentren der mystischen Lehre errichteten.

Das Isfahnische Reich tolerierte den Orden weitgehend, da seine Philosophie als nicht direkt politisch betrachtet wurde. In Moltar und anderen Regionen Skenals errichteten die Bakhtiari mehrere Tekkes, die zu wichtigen spirituellen und kulturellen Zentren wurden. Ihre Lehren beeinflussten nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern auch Teile der isfahnischen Intelligenz.

Wandel in der Zeit nach dem Rückzug Isfahns (ab 1870)

Mit dem Rückzug des Isfahnischen Reiches aus Moltar im Jahr 1870 wurden die Bakhtiari erneut mit politischen Veränderungen konfrontiert. Das Gebiet fiel an das katholisch geprägte Kaiische Königreich, dessen Haltung gegenüber dem Islam ablehnend war. Während man zunächst die Mystiker duldeten, versuchten man bald, ihre Aktivitäten einzuschränken. Dennoch konnten sich die Bakhtiari durch ihre starke Verwurzelung in der Gesellschaft behaupten.

Der Einfluss des Drullischen Imperiums (ab 1910)

Ab 1910, mit dem Zerfall des Kaiischen Königreichs, fiel Moltar unter die Herrschaft des Drullischen Imperiums. Da das Imperium mittlerweile vor allem alevitisch geprägt war, jedoch als Staat klar säkular organisiert, wurde der Orden wieder Teil der religiösen Gesellschaft und ist die größte religiöse Strömung des alevitischen Islams in Kaysteran, und zweitgrößte islamische Strömung neben den Sunniten.