Zemjodelsko-industriski kombinat „Modrika“

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Logo des Zemjodelsko-industriski kombinat „Modrika“.

Das Zemjodelsko-industriski kombinat „Modrika“ (pelagonisch: Земјоделско-индустриски комбинат „Модрика“) ist ein Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft mit Sitz in Veligrad. Das Kombinat ist auf den Anbau und die Verarbeitung von Zichorienwurzeln (Cichorium intybus) und Getreide sowie auf die Herstellung und Vermarktung koffeinfreier Heißgetränke spezialisiert. Zu den wichtigsten Erzeugnissen gehören die Marken Modrika und Modrika Bela.

Geschichte

Die Verwendung gerösteter Zichorienwurzeln als Kaffeeersatz reicht in Antika bis in die frühe Neuzeit zurück und gewann insbesondere dort an Bedeutung, wo Bohnenkaffee wegen seines hohen Preises nur eingeschränkt verfügbar war. Kaffee war ein aus Übersee eingeführtes Genussmittel und blieb für breite Bevölkerungsschichten lange Zeit vergleichsweise teuer. Geröstete Zichorie bot dagegen einen einheimischen und wesentlich kostengünstigeren Rohstoff, der sich zu einem dunklen, aromatischen Heißgetränk verarbeiten ließ.

Mit der zunehmenden Verbreitung des Bohnenkaffees im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Zichorienkaffee in vielen antikäischen Ländern zu einem eigenständigen Alltagsgetränk und nicht lediglich zu einem Ersatzprodukt für Zeiten von Versorgungsengpässen. Die geröstete Zichorienwurzel verlieh dem Getränk eine kräftige Farbe und ein charakteristisches herbes, leicht süßliches Aroma. Getreide, insbesondere Gerste, wurde ebenfalls als Grundlage koffeinfreier Kaffeeersatzgetränke verwendet und später häufig mit Zichorie kombiniert.

Blühende Zichorienfelder im landwirtschaftlich geprägten Umland des ZIK „Modrika“ in den 1970er Jahren.

Auch in Pelagonien verbreitete sich die Verwendung gerösteter Zichorie und gerösteten Getreides als preisgünstige Alternative zum Bohnenkaffee. Während Bohnenkaffee vor allem als importiertes Genussmittel mit höherem Preis wahrgenommen wurde, konnten Zichorie und Gerste in der Region selbst angebaut werden. Die Herstellung eines Kaffeeersatzes aus heimischen Feldfrüchten verband damit wirtschaftliche Vorteile für die Verbraucher mit der Möglichkeit, landwirtschaftliche Erzeugnisse regional zu verarbeiten.

Aus der zunehmenden Nachfrage nach solchen Getränken entstand zunächst ein regionaler landwirtschaftlicher Verarbeitungsbetrieb. Mit der Ausweitung des Anbaus von Zichorie und Gerste wurden die landwirtschaftliche Erzeugung, die Lagerung und Aufbereitung der Rohstoffe sowie deren industrielle Verarbeitung schrittweise miteinander verbunden. Der Betrieb entwickelte sich schließlich zu einem integrierten Zemjodelsko-industriski kombinat (Земјоделско-индустриски комбинат, ZIK), der sowohl landwirtschaftliche Produktionsflächen als auch Anlagen zur Verarbeitung und Vermarktung seiner Erzeugnisse umfasst.

Im Laufe seiner Entwicklung wurde die Verarbeitung technisch erweitert. An die Stelle kleinerer und handwerklich geprägter Röstverfahren traten industrielle Reinigungs-, Schneide-, Trocknungs- und Röstanlagen. Gleichzeitig wurde der Anbau von Zichorie durch geeignete Sortenwahl, verbesserte Bodenbearbeitung und Bewässerung zunehmend auf eine gleichmäßige industrielle Rohstoffversorgung ausgerichtet.

Unternehmen

Industrielle Röstung von Zichorienwurzeln in der Produktionsanlage des ZIK „Modrika“.

Das ZIK „Modrika“ verbindet landwirtschaftliche Erzeugung, Rohstoffaufbereitung und Lebensmittelverarbeitung innerhalb eines gemeinsamen Unternehmens. Neben eigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen für den Anbau von Zichorie und Gerste arbeitet das Kombinat mit regionalen landwirtschaftlichen Betrieben und Vertragslandwirten (Kooperanti) zusammen.

Die geernteten Rohstoffe werden in den betriebseigenen Anlagen gereinigt, getrocknet und gelagert. Für Getreide stehen Silos und Lagerhallen zur Verfügung; die Zichorienwurzeln werden nach der Ernte gereinigt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Die anschließende Röstung, Mahlung, Mischung und Verpackung erfolgt in den Lebensmittelverarbeitungsanlagen des Kombinats.

Das Unternehmen beschäftigt ganzjährig rund 180 Mitarbeiter in Landwirtschaft, Verarbeitung, Technik, Lagerung, Logistik, Verwaltung und Vertrieb. Während der landwirtschaftlichen Ernteperioden wird die Stammbelegschaft durch saisonale Arbeitskräfte ergänzt.

Durch die Verbindung von Landwirtschaft und Verarbeitung verfügt das Kombinat über eine weitgehend regionale Wertschöpfungskette, von der Erzeugung der Rohstoffe bis zur Vermarktung der fertigen Produkte.

Seit 2006 befindet sich das ZIK „Modrika“ in Arbeiterselbstverwaltung. Die Beschäftigten wirken über den Arbeiterrat (Работнички совет) an der Verwaltung und den grundlegenden Entscheidungen des Unternehmens mit. Die laufende Geschäftsführung obliegt dem Direktor (Директор) und dem Exekutivrat (Извршен одбор).

Die Bezeichnung Modrika leitet sich vom pelagonischen Adjektiv modar (модар) für „blau“ bzw. „dunkelblau“ ab. Sie nimmt Bezug auf die charakteristische blaue Blütenfarbe der Gemeinen Zichorie (Cichorium intybus), die in den Sommermonaten auf den Anbauflächen sichtbar ist.

Produktion und Verarbeitung

Gemahlene Zichorienwurzeln bei der Qualitätskontrolle vor der Abfüllung.

Die Herstellung der Modrika-Erzeugnisse umfasst mehrere aufeinanderfolgende Verarbeitungsschritte.

Zichorienverarbeitung

Die geernteten Zichorienwurzeln werden zunächst mechanisch gereinigt und anschließend zerkleinert. Nach der Trocknung werden die Wurzelstücke in industriellen Trommelröstern erhitzt. Durch die Röstung entstehen aus den natürlichen Kohlenhydraten und weiteren Inhaltsstoffen die für geröstete Zichorie charakteristischen Farb- und Aromastoffe. Das Ergebnis ist ein dunkel geröstetes Produkt mit kräftigem, herbem und zugleich leicht süßlichem Geschmack.

Die geröstete Zichorie wird anschließend abgekühlt und gemahlen. Der Mahlgrad wird an die jeweilige Zubereitungsart angepasst.

Getreideverarbeitung

Für die getreidehaltigen Mischungen wird vor allem Gerste verwendet. Das Getreide wird gereinigt und für die thermische Behandlung vorbereitet. Durch das Rösten entwickeln sich malzige und brotartige Aromastoffe sowie die für Kaffeeersatzgetränke typische dunklere Färbung.

Mischung und Verpackung

Anschließend werden die gerösteten Ausgangsstoffe nach festgelegten Rezepturen zusammengestellt. Während Modrika ausschließlich aus gerösteter Zichorie besteht, enthält Modrika Bela etwa 70 % geröstete Gerste und 30 % geröstete Zichorie. Das fertige Mahlgut wird anschließend portioniert und auf den Verpackungsanlagen des Kombinats abgefüllt.

Sortiment

Frühstückstisch mit Belo kafe und dunklem Zichorienkaffee sowie Palenta, Brot, Ajvar und Pindjur.

Das Sortiment konzentriert sich auf zwei Hauptmarken:

  • Modrika: Ein aus 100 % gerösteter Zichorie bestehendes koffeinfreies Heißgetränk. Die Variante besitzt ein kräftiges, erdiges und deutlich herbes Aroma und wird als Kaffeeersatz verwendet.
  • Modrika Bela: Eine Mischung aus etwa 70 % gerösteter Gerste und 30 % gerösteter Zichorie. Durch den höheren Getreideanteil besitzt sie ein milderes und stärker malziges Aroma und wird insbesondere für die Zubereitung mit Milch verwendet.

Die Produkte werden in bedruckten Kartonpackungen zu 250 Gramm angeboten. Die Verpackung von Modrika ist beige gehalten, während für Modrika Bela eine cremefarbene Gestaltung verwendet wird. Neben der Verpackung für den Einzelhandel stellt das Kombinat auch größere Einheiten für den gastronomischen und institutionellen Bedarf her.

Zubereitung und Verwendung

Traditionelle Zubereitung von Belo kafe aus Modrika Bela und heißer Milch in einer Džezva.

Die Produkte des ZIK „Modrika“ werden traditionell durch Aufkochen mit Wasser oder Milch zubereitet. Hierfür wird das Pulver mit der Flüssigkeit erhitzt und kurz aufgekocht. Für die Zubereitung kleiner Mengen wird häufig eine Džezva (Џезва), ein traditionelles Metallgefäß zum Erhitzen von Kaffee und Kaffeeersatzgetränken, verwendet.

Eine traditionelle Zubereitungsform ist Belo kafe (Бело кафе). Dazu wird Modrika Bela direkt in heißer Milch aufgekocht oder in erhitzte Milch eingerührt. Das Getränk erhält dadurch eine cremige, hellbraune Farbe sowie einen milden, malzigen Geschmack und wird gewöhnlich in großen Keramiktassen serviert. Je nach persönlicher Vorliebe kann es noch gesüßt werden.

Belo kafe wird insbesondere zum Frühstück und im häuslichen Alltag getrunken. Es wird häufig zusammen mit Brot, Gebäck oder einfachen Frühstücksspeisen serviert und unmittelbar vor dem Verzehr zubereitet. Die Zubereitungsweise wird traditionell innerhalb der Familie weitergegeben und gehört zum alltäglichen Umgang mit den Produkten.

Die ursprüngliche Verbreitung von Zichorien- und Getreidekaffee als preisgünstige Alternative zu importiertem Bohnenkaffee prägt die heutige Verwendung der Produkte weiterhin, auch wenn sie inzwischen aus unterschiedlichen Gründen konsumiert werden. Neben der überlieferten Gewohnheit spielt dabei insbesondere ihre natürliche Koffeinfreiheit eine Rolle. Modrika und Modrika Bela werden daher sowohl als traditionelle Kaffeeersatzgetränke als auch als Alternative für Menschen geschätzt, die auf Koffein verzichten möchten.