Svetozar Đokić

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Svetozar Đokić (severostaranisch-kyrillisch Светозар Ђокић; * 7. Juli 1967 in Banja, Vesteran) ist ein vesteranischer Wirtschaftsfunktionär, Verwaltungsbeamter und Politiker der sozialistischen Partei Jedinstvo. Er gehört als Abgeordneter der vesteranischen Narodna skupština an.

Vor seinem Wechsel in die Politik war Đokić über zwölf Jahre für den staatlichen Optik- und Feinmechanikkonzern Vidik tätig. Dort stieg er von einem Mitarbeiter der Wirtschaftsplanung bis zum stellvertretenden Generaldirektor für Wirtschaft und Verwaltung sowie zum Mitglied des Verwaltungsrates auf. Seine politische Arbeit konzentriert sich vor allem auf Industriepolitik, öffentliche Unternehmen, regionale Entwicklung und Verwaltungsmodernisierung.

Leben

Herkunft und Familie

Đokić entstammt einer alteingesessenen Familie aus Banja. Sein Vater, ein Rechtsanwalt, war über mehrere Jahrzehnte kommunalpolitisch tätig und gehörte dem Stadtrat der Stadt an. Seine Mutter führte im Zentrum Banjas das Bekleidungsgeschäft Kuća Đokić, das sich zu einem bekannten Familienbetrieb entwickelte.

Durch das kommunalpolitische Engagement seines Vaters und die unternehmerische Tätigkeit seiner Mutter kam Đokić früh mit Fragen der Stadtverwaltung, der örtlichen Wirtschaft und der wirtschaftlichen Entwicklung Banjas in Berührung.

Ausbildung

Nach dem Schulabschluss zog Đokić nach Vinaši, wo er Volkswirtschaftslehre und öffentliche Verwaltung studierte. Zu seinen Studienschwerpunkten gehörten staatliche Industriepolitik, Unternehmensorganisation, regionale Wirtschaftsförderung und die Verwaltung öffentlicher Betriebe.

Während des Studiums absolvierte er mehrere Praktika in staatlichen Unternehmen und kommunalen Verwaltungsstellen. Seine Abschlussarbeit befasste sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung industrieller Großbetriebe für abgelegene Küsten- und Gebirgsregionen.

Laufbahn bei Vidik

Eintritt in das Unternehmen

Nach Abschluss seines Studiums kehrte Đokić 1992 nach Banja zurück und trat in die Wirtschaftsplanungsabteilung der Državna optička industrija Banja „Vidik“ ein. Vidik war zu diesem Zeitpunkt bereits der bedeutendste Industriebetrieb der Stadt und produzierte Brillengläser, Mikroskope, Ferngläser, Messinstrumente und optische Geräte für staatliche Sicherheitsorgane.[1]

Đokić war zunächst als Referent für Wirtschaftsplanung tätig. Zu seinen Aufgaben gehörten die Auswertung von Produktionskennzahlen, die Vorbereitung der jährlichen Betriebspläne und die Abstimmung des Materialbedarfs mit den einzelnen Produktionsabteilungen.

Bereits in dieser Funktion setzte er sich für eine engere Verbindung von Produktionsplanung, Beschaffung und betrieblicher Ausbildung ein. Er vertrat die Auffassung, dass Vidik angesichts seiner abgelegenen Lage einen möglichst großen Teil seines Fachkräftebedarfs selbst ausbilden müsse.

Aufstieg in die Unternehmensleitung

1995 wurde Đokić zum stellvertretenden Leiter der Abteilung für Beschaffung und Materialwirtschaft ernannt. Drei Jahre später übernahm er die Leitung der neu geordneten Direktion für Produktionsorganisation.

In dieser Funktion war er für die Abstimmung zwischen Glasbearbeitung, Feinmechanik, Montage, Lagerhaltung und Versand verantwortlich. Zugleich wirkte er an der Modernisierung der internen Betriebsabläufe und an der Einführung einer einheitlichen Kosten- und Produktionsrechnung mit.

Im Jahr 2001 wurde Đokić zum Direktor für Wirtschaft und Verwaltung berufen. Damit gehörte er der erweiterten Unternehmensleitung an. Sein Verantwortungsbereich umfasste:

  • Wirtschafts- und Investitionsplanung,
  • Beschaffung und Materialwirtschaft,
  • Personalverwaltung,
  • betriebliche Ausbildung,
  • Vertragswesen,
  • Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Landesbehörden.

Während der politischen und wirtschaftlichen Unruhen um die Jahrtausendwende war Đokić Mitglied eines betrieblichen Krisenstabes. Dieser organisierte die eingeschränkte Fortführung der Produktion, nachdem wichtige Lieferketten und Absatzmärkte zeitweise ausgefallen waren. Vorrang hatten dabei Brillengläser, medizinische Optiken und Ersatzteile für öffentliche Einrichtungen.

Die Werksanlagen Vidiks blieben während der Unruhen weitgehend unbeschädigt. Die Belegschaft und die Stadtverwaltung konnten einen eingeschränkten Produktionsbetrieb aufrechterhalten.[1]

Stellvertretender Generaldirektor

Nach der Wiederherstellung der staatlichen Eigenständigkeit Vesterans wurde Vidik 2003 als öffentliches Unternehmen der Republik Vesteran neu geordnet. Đokić wirkte an der wirtschaftlichen und administrativen Reorganisation des Konzerns mit.

Im selben Jahr wurde er zum stellvertretenden Generaldirektor für Wirtschaft und Verwaltung und zum Mitglied des fünfköpfigen Verwaltungsrates ernannt. Damit erreichte er die zweithöchste operative Führungsebene des Unternehmens.

Als stellvertretender Generaldirektor setzte sich Đokić insbesondere für folgende Vorhaben ein:

  • Erneuerung veralteter Produktionsanlagen,
  • Ausbau der betrieblichen Lehrwerkstatt,
  • Kooperation mit technischen Schulen in Banja,
  • Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Vinaši,
  • Aufbau eines verlässlichen Logistiksystems zwischen Banja und Brod,
  • Erhalt der zivilen Produktion neben den sicherheits- und verteidigungstechnischen Unternehmensbereichen.

Đokić galt innerhalb des Unternehmens als sachorientierter Verwalter und Vermittler zwischen Betriebsleitung, Belegschaft, Gewerkschaften und staatlichen Stellen. In dieser Zeit arbeitete er außerdem an einem kommunalen Entwicklungsprogramm für die optische und feinmechanische Industrie Banjas mit.

Bedeutung der Vidik-Zeit

Die Tätigkeit bei Vidik prägte Đokićs späteres politisches Profil. Er entwickelte dort seine Überzeugung, dass strategisch bedeutende Unternehmen in öffentlichem Eigentum verbleiben, zugleich aber über weitgehende wirtschaftliche Eigenverantwortung verfügen sollten.

Seine Erfahrungen mit Lieferengpässen und Produktionsausfällen führten zudem dazu, dass er sich später für staatliche Rohstoffreserven, regionale Zulieferketten und eine stärkere Verbindung zwischen Industrie- und Bildungspolitik einsetzte.

Đokić schied 2004 aus der operativen Unternehmensleitung aus. Dem Unternehmen blieb er als politischer Ansprechpartner und Befürworter der vesteranischen Präzisionsindustrie verbunden.

Wechsel in die Politik

Kommunalverwaltung von Banja

Đokićs Aufstieg bei Vidik fiel in die Amtszeit von Radovan Radenković, der als langjähriger Bürgermeister das politische und wirtschaftliche Leben Banjas maßgeblich prägte.

Radenković wurde auf Đokić aufmerksam, nachdem dieser Vidik in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Stadtverwaltung, Industrieunternehmen und Versorgungsbetrieben vertreten hatte. Besonders dessen Kenntnisse der öffentlichen Unternehmensführung und der regionalen Entwicklungsplanung fanden die Aufmerksamkeit des Bürgermeisters.

Auf Radenkovićs Förderung hin wechselte Đokić 2004 aus der Unternehmensleitung Vidiks in die Stadtverwaltung. Zunächst wurde er wirtschaftspolitischer Berater des Bürgermeisters. In dieser Funktion koordinierte er die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, öffentlichen Unternehmen, Versorgungsbetrieben und örtlichen Bildungseinrichtungen.

Später übernahm er die Leitung des kommunalen Amtes für Wirtschaft und Entwicklung. Zu dessen Aufgaben gehörten die Betreuung öffentlicher Betriebe, die Vorbereitung kommunaler Investitionsprogramme, die Ansiedlung von Zulieferunternehmen und die Förderung technischer Ausbildungsberufe.

Obwohl Radenković zu seinem wichtigsten politischen Förderer wurde, übernahm Đokić dessen nationalkonservative Parteibindung nicht.

Tätigkeit in der Landesverwaltung

Nach der Gründung Severaniens wechselte Đokić in die Verwaltung der Republik Vesteran. Zunächst war er als Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium tätig. Später wurde er zum Staatssekretär ernannt.

Zu seinen Aufgaben gehörten die Aufsicht über öffentliche Industriebetriebe, die regionale Wirtschaftsförderung und die Abstimmung zwischen republikanischen Ministerien, Oblasti und Kommunen. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den strukturschwächeren Gebirgs- und Küstenregionen Vesterans.

Zeitweilig arbeitete Đokić auch im Innenministerium. Dort befasste er sich mit kommunaler Verwaltungsorganisation, Katastrophenschutz und der Koordination zwischen Landesbehörden und Gemeinden.

Er unterstützte Programme zur Modernisierung der technischen Berufsausbildung. Diese sollten insbesondere den Bedarf staatlicher Industrieunternehmen an Feinmechanikern, Elektronikern, Technikern und Verwaltungsfachleuten decken.

Parteizugehörigkeit

Đokić ist Mitglied der sozialistischen Jedinstvo. Seinen Beitritt begründete er mit seiner Überzeugung, dass strategische Industrien, öffentliche Infrastruktur, Banken und soziale Sicherung dauerhaft unter staatlicher oder genossenschaftlicher Kontrolle stehen sollten.

Innerhalb der Jedinstvo wird Đokić dem pragmatischen und staatsorientierten Parteiflügel zugerechnet. Er vertritt eine Verbindung aus öffentlichem Eigentum, betrieblicher Mitbestimmung, fachlich geführter Verwaltung und langfristiger staatlicher Entwicklungsplanung.

Abgeordneter der Narodna skupština

Đokić gehört als Abgeordneter der vesteranischen Narodna skupština an.[2]

Im Parlament befasst er sich vor allem mit:

  • Wirtschafts- und Industriepolitik,
  • öffentlichen Unternehmen,
  • Verwaltungsmodernisierung,
  • technischer Berufsausbildung,
  • Infrastrukturpolitik,
  • regionaler Wirtschaftsförderung.

Đokić tritt für eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat, öffentlichen Unternehmen, Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen und Kommunen ein. Investitionen in industrielle Infrastruktur betrachtet er als wesentliches Mittel, um Arbeitsplätze außerhalb der Hauptstadtregion zu sichern.

Seine langjährige Tätigkeit bei Vidik verschaffte ihm innerhalb des Parlaments den Ruf eines Fachpolitikers für staatliche Industriebetriebe und betriebliche Organisation.

Politische Positionen

Wirtschafts- und Industriepolitik

Đokić vertritt einen interventionistischen und industriepolitisch ausgerichteten Kurs. Strategisch wichtige Unternehmen der Energieversorgung, der Verkehrsinfrastruktur, der Schwerindustrie, der Medizintechnik und der Sicherheitswirtschaft sollen nach seiner Auffassung in öffentlichem oder genossenschaftlichem Eigentum verbleiben.

Er befürwortet langfristige Investitionspläne, öffentliche Entwicklungsbanken und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Industriebetrieben und technischen Bildungseinrichtungen. Kleine und mittlere Privatunternehmen betrachtet er als sinnvolle Ergänzung der staatlich und genossenschaftlich geprägten Wirtschaftsordnung.

Vidik führt er regelmäßig als Beispiel dafür an, dass ein staatliches Unternehmen zugleich technologische Entwicklung, regionale Beschäftigung und öffentliche Versorgung gewährleisten könne.

Regionalpolitik

Đokić setzt sich für eine ausgewogenere wirtschaftliche Entwicklung Vesterans ein. Insbesondere abgelegene Küsten- und Gebirgsregionen sollen durch bessere Straßenverbindungen, digitale Infrastruktur, öffentliche Dienstleistungen und dezentrale Ausbildungsstätten gestärkt werden.

Dabei verweist er häufig auf die Situation Banjas, dessen wirtschaftliche Entwicklung trotz fehlenden Eisenbahnanschlusses wesentlich durch Vidik getragen wird.

Sicherheits- und Außenpolitik

Sicherheitspolitisch unterstützt Đokić eine hohe Verteidigungsbereitschaft Severaniens. Gleichzeitig lehnt er militärische Interventionen ab, die auf einen erzwungenen Regierungswechsel in anderen Staaten abzielen.

Während der politischen Krise in Ratelon erklärte er, Severanien müsse verteidigungsfähig bleiben, dürfe jedoch keinen Regimewechsel militärisch herbeiführen.[3]

Seine außenpolitische Haltung gilt als zurückhaltend und interessengeleitet. Đokić befürwortet die Zusammenarbeit innerhalb der Intesa Cordiale, spricht sich jedoch gegen eine übermäßige Beschäftigung mit Konflikten aus, die keine unmittelbaren Interessen Severaniens berühren.[3]

Persönliches

Đokić ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt seit vielen Jahren in Vinaši.[2]

Trotz seines Wohnsitzes in der Hauptstadt unterhält er enge Beziehungen zu seiner Geburtsstadt Banja. Das frühere Bekleidungsgeschäft seiner Mutter wird weiterhin von Angehörigen der Familie geführt.

In Banja engagiert sich Đokić für soziale Einrichtungen, Sportvereine und Projekte zur Bewahrung der örtlichen Industriegeschichte. Ein besonderes Interesse gilt der Geschichte der Optikindustrie und der historischen Entwicklung Vidiks.

Übersicht des beruflichen und politischen Werdegangs

Zeitraum Funktion Institution
1992–1995 Referent für Wirtschaftsplanung Vidik
1995–1998 Stellvertretender Leiter für Beschaffung und Materialwirtschaft Vidik
1998–2001 Direktor für Produktionsorganisation Vidik
2001–2003 Direktor für Wirtschaft und Verwaltung Vidik
2003–2004 Stellvertretender Generaldirektor und Mitglied des Verwaltungsrates Vidik
ab 2004 Wirtschaftspolitischer Berater und später Leiter des Amtes für Wirtschaft und Entwicklung Stadt Banja
später Abteilungsleiter und Staatssekretär Republik Vesteran
gegenwärtig Abgeordneter Narodna skupština

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Vidik, Severanija.net · Wiki.
  2. 2,0 2,1 Profil von Svetozar Đokić, Severanija.net · Forum.
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